Corona – und plötzlich müssen wir führen

Schon lange sprechen wir über die Digitalisierung. Und schon fast gleich lange wird in diesem Zusammenhang über die „neuen“ Fähigkeiten der Führungskräfte debattiert. Und dann ist sie plötzlich da, die neue Situation. Viele arbeiten von zu Hause aus. Die Teams sind auseinandergerissen und arbeiten „remote“ (entfernt, fern, abseits).

In den vergangenen drei bis vier Jahrzehnten wurden in der Wirtschaft eine Menge guter Manager ausgebildet. Sie lernten mit grosser Fertigkeit und Virtuosität Unternehmen in allen möglichen wirtschaftlichen Lagen und Situationen zu steuern. Viele Prozesse und Themenfelder wurden zu Management-Prozessen deklariert und auch so gehandhabt. So auch das Personalwesen (Human Resources, HR) und die Führung. Dadurch wurde die Führung vermeintlich einfach, steuer- und messbar. Hatte man die Mitarbeitergespräche ein-, maximal zweimal pro Jahr durchgeführt, so war der Führung genügend Schuldigkeit getan.

Und jetzt Corona. Die Mitarbeitenden sind auf einmal nicht mehr unmittelbar „greifbar“. Man kann sich nicht informell, z.B. an der Kaffeemaschine austauschen. Die Meetings fallen weg und die Chefs können nicht mehr einfach managen. Was tun?

Jetzt ist das gefragt, was in der guten Führung schon immer den Unterschied ausgemacht hat – völlig egal in was für einer Situation, egal in was für einem Setting, egal mit was für Leuten. Dieses Führungsverhalten vermitteln wir unter anderem in unseren Führungscoachings.

  1. Nähe zu den Mitarbeitenden. Das mag etwas paradox tönen, ist aber so gemeint. Der Kaffeemaschinen-Klatsch fällt weg, der Blick ins Büro oder um die Ecke beim Vorbeigehen ist nicht mehr. Kümmern Sie sich um die Mitarbeitenden. Interessieren Sie sich für sie. Fragen Sie täglich nach, wie sie sich fühlen, was Sie beschäftigt, womit sie sich herumschlagen. Sie werden sehen, es wird wertgeschätzt, es wird wahrgenommen und Sie als Führungsperson können sogar gestärkt aus dieser Krise herauskommen.

  2. Kommunizieren Sie, und zwar klar. Jetzt, da man Ihr Gesicht zum Teil nur verzuckelt über den Bildschirm sieht, ist es schwierig Sie als Person wahrzunehmen. Wenn die meisten auf sich gestellt zu Hause arbeiten, muss der/die Vorgesetzte gespürt werden. Deshalb ist Klarheit in der Absicht, Einfachheit in der Darstellung und Konsistenz in den Aussagen das Gebot der Stunde.

  3. Entscheiden Sie. Die Situation, in welcher wir uns zurzeit befinden, ist geprägt durch Unsicherheit. Wir sind auf uns gestellt, zu Hause, und können nicht alle naselang unseren Kollegen bzw. unsere Chefin fragen. Das bedingt, dass Sie als Führungsperson in Ihren Entscheiden, im Aufzeigen wohin der Weg geht, klar und eindeutig sind. Das wiederum heisst jetzt nicht, dass Sie die normalen Entscheidungsfindungsprozesse über den Haufen werfen müssen, im Gegenteil. Beziehen Sie Ihre Mitarbeitenden (weiterhin) sehr konsequent in die Entscheidungsfindung mit ein. Jedoch sollen sich alle eine klare Vorstellung darüber machen können, wie und was Sie entschieden haben und was nun gefordert ist. Übrigens, ja ich weiss: Sie müssen als Führungsperson entscheiden; das erwartet man von Ihnen. Und ja, Sie sind grösstenteils allein. Nur wer das schon in Krisensituationen durchlebt hat, weiss wie es sich anfühlt. Alle anderen lernen es gerade. Trauen Sie sich.

Führungspersonen, die bis jetzt dem Wort gerecht geworden sind, fällt es leicht, mit Ihren Mitarbeitenden diese Krise zu bewältigen. Sie tun das, was sie schon immer gemacht haben, vielleicht etwas systematischer und bewusster.

Manager jedoch haben es schwer. Entweder lernen sie sehr schnell und mobilisieren die Fähigkeiten, die in ihnen geschlummert haben oder sie gehen unter. Untergehen einfach deshalb, weil sie als Führungsperson versagen, voraussichtlich das Falsche machen und Ihre Mitarbeitenden allein lassen. Und glauben Sie mir, die Mitarbeitenden können sehr wohl den einen vom anderen unterscheiden.

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